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Alles Kürbis. Eine kleine Sortenkunde.

Alles Kürbis. Eine kleine Sortenkunde.

In den letzten Jahren ist ein wahrer Kürbisboom in Gärten und Kochtöpfen ausgebrochen. Die geschmackvollen und formenreichen Früchte sind längst kein Insider-Gemüse mehr und haben in Form von Dorffesten, Wettbewerben und Hausdekorationen ganze Landstriche erobert. Sie sind leicht zu kultivieren. Eine ideale Einstiegsfrucht für Neo-GärtnerInnen.

Die Formen- und Farbenvielfalt des Kürbis ist beinahe unüberblickbar. Doch es sind nicht nur die tollen Formen, sondern der Geschmack und die Lagerfähigkeit der Früchte, die Kürbisse das ganze Jahr über zu wichtigen Gemüse in der Küche machen. Doch nicht nur als Speisefrucht ist der Kürbis interessant: Es gibt auch Sorten, die sich als Futterkürbis, als Ölkürbis, als Zierkürbis, als Halloween-Kürbis oder als Wettkampf-Riesen-Kürbis eignen.

Die besten Speisekürbisse
Aus der großen Auswahl an Sorten, gibt es einige, die besonders gute und feine Speisekürbisse sind. Die allerfeinsten Kürbisse sind Sorten der Art Cucurbita moschata, die Moschuskürbisse. Sie haben ein süßes, meist oranges und kaum faserndes Fruchtfleisch. Dazu zählen die Sorten ‚Butternuss', ‚Trombetta d'Albenga' oder ‚Langer von Neapel'. Moschuskürbisse haben meist eine lange Reifezeit (bis zu 150 Tage). Für Lagen, in denen ab Mitte September mit den ersten Frösten zu rechnen ist, sind andere Sorten empfehlenswert. Auch sehr aromatisch und früher reif sind – der nach Kastanien schmeckende ‚Hokkaido Grün', ‚Blue Ballet' und die leicht nach Haselnuss schmeckenden Sorten ‚Table Ace' und ‚Ebony Acorn'.

Giftige Zucchini?
Auch Zucchinis zählen zu den Kürbissen. Alle Jahre wieder kommt Unsicherheit auf, ob Zucchinis und Kürbisse giftig sein können. Dabei ist die Sache recht einfach: Wenn Zucchini oder Kürbisse „normal" schmecken, ist alles in Ordnung. Schmecken sie hingegen bitter, sind die Früchte giftig und dürfen keinesfalls gegessen werden. Die Bitterstoffe können weder durch Schälen noch durch Kochen entfernt werden. Falls Sie sich nun fragen, ob Sie diese Bitterkeit erkennen würden: Ja, jedenfalls! Der Bitterstoff Cucurbitacin, ist – falls er in Zucchinis enthalten ist – so bitter, dass man sich wirklich quälen müsste, einen Bissen davon hinunterzuschlucken. Cucurbitacine verursachen bereits in kleinsten Mengen heftige Übelkeit und Durchfälle, in größeren Mengen wirken sie tödlich.
Wie aber können diese Bitterstoffe in einen Zucchini gelangen? Auch diese Antwort ist relativ einfach: Zucchinis gehören zur selben botanischen Art ‚Cucrbita pepo' wie einige Zierkürbisse – die in den letzten Jahren auch vermehrt angebaut werden. Die meisten Zierkürbisse sind auch gute Speisekürbisse. Aber es gibt auch Ausnahmen – und zwar die kleinen, birnenförmigen und hartschaligen Sorten. Sie enthalten die giftigen Bitterstoffe. Da sie zur selben botanischen Art wie Zucchinis und einige andere Speisekürbisse zählen, können sie sich mit diesen verkreuzen. Nimmt man dann Samen aus einem Zucchini oder einem Speisekürbis, enthalten die daraus angebauten Pflanzen auch diese Bitterstoffe.

Kürbis als Balkongemüse
In größeren Gefäßen (mindestens 60 Liter Erdvolumen) lassen sich auch Kürbisse gut kultivieren – vorausgesetzt sie werden gut gedüngt und regelmäßig mit Wasser versorgt. Besonders gut eignen sich buschige und schwach rankende Sorten. Bewährt haben sich die Sorten ‚Sweet Dumpling' mit kastanienähnlichem Aroma und die kleinfrüchtigen runden Sorten ‚Rondini' und ‚Goldapfel'.

Die besten Sorten für Höhenlagen
Für Höhenlagen eignen sich frühreifende Sorten wie ‚Patisson', ‚Ebony Acorn', ‚Hokkaido Orange', ‚Hokkaido Grün' und ‚Red Kuri'.

Richtig lagern
Kürbisse sind nur dann gut lagerfähig, wenn sie vollreif sind und der Stängel an der Frucht bleibt. Vollreife Früchte lassen sich mit dem Fingernagel nicht mehr einritzen. Spätestens vor den ersten Nachtfrösten ernten. Optimal für die Lagerung sind Raumtemperaturen von 12-17° C und eine Luftfeuchtigkeit von ca. 70 %.

Andrea Heistinger