Der Gemüsegarten im Herbst - genug zu tun.

Der Gemüsegarten im Herbst - genug zu tun.

In den meisten Regionen verlängert sich durch das milde Klima im Frühherbst die Lebensdauer bestimmter frostempfindlicher Pflanzen. Wenn es dann aber viel regnet, sind die Böden mit Wasser vollgesogen. Und übermäßige Feuchtigkeit an den Wurzeln macht den meisten Gemüsepflanzen den Garaus. Kurz gesagt: Es ist jetzt höchste Zeit, den Gemüsegarten winterfest zu machen!

Wenn Sie noch Kürbisse haben, ernten Sie sie und lagern Sie die unversehrten Exemplare an einem trockenen, frostsicheren Ort. Befreien Sie den Boden dabei auch gleich von jeglichem Pflanzenbewuchs, damit Schädlinge und Krankheitskeime keinen Nährboden mehr haben. Auch alle anderen einjährigen Gemüsepflanzen, wie Tomaten- oder Bohnenpflanzen, dürfen nicht stehen bleiben. Auch Unkräuter (bzw. Wildpflanzen) müssen ausgerissen werden: Sie dienen häufig Blattläusen und anderen Schädlingen als Unterschlupf für den Winter. Machen Sie diesen ungebetenen Gästen, die Sie im nächsten Frühjahr sowieso bekämpfen werden, lieber gleich den Garaus. Ziehen Sie außerdem Pfähle und andere Stützen aus dem Boden, reinigen Sie sie und lagern Sie sie an einem trockenen Ort.

Was tun mit dem sauber gejäteten, aber nackten Boden? Den Boden völlig unbestellt zu lassen, ist nicht zu empfehlen, vor allem, wenn Sie in einer feuchten Region mit schweren Böden leben, in denen das Wasser schlecht abläuft, weil sich das Erdreich dann nur noch stärker verdichten würde. Die klassische Vorbereitung auf den Winter wäre, den Garten umzugraben und Mist aufzubringen. So kann das organische Material ganz langsam verrotten.
Wenn starker Frost angekündigt ist, sollte der Boden bis in etwa 10 cm Tiefe aufgelockert werden, weil dadurch die in diesem Bereich versteckten Schädlingslarven abgetötet werden. Dies ist insbesondere unter Haselbüschen und unter Johannisbeer- und Stachelbeersträuchern sehr effektiv.
In milderen Regionen ist noch Zeit, einen Gründünger zu säen (zum Beispiel Senfsaat oder Wicken): Hier ist der Boden noch nicht kalt und die Pflanzen haben Zeit, sich im Herbst zu entwickeln. Sie bleiben über den Winter stehen und müssen im kommenden Frühjahr nur noch untergegraben werden. Diese Vorgehensweise bringt gleich zwei Vorteile auf einmal: Durch die eingesäten Pflanzen wird ein Auswaschen des blanken Bodens durch das Regenwasser vermieden und ein im Frühjahr langsam verrottender Gründünger geschaffen, der nebenbei noch die Bodenstruktur verbessert.

Solange kein Frost angekündigt ist, können Sie Karotten, Steckrüben, Lauch und Kohlpflanzen noch stehen lassen. Steht strenger Frost bevor, decken Sie sie mit Stroh ab, um zu verhindern, dass der Boden hart wird und die Pflanzen nicht mehr geerntet werden können. Sie können Karotten und Steckrüben aber auch ernten und in mit Sand gefüllten Kisten an einem trockenen, frostfreien Ort lagern: Übermäßige Bodenfeuchtigkeit ist nämlich ebenfalls nicht gut für diese Pflanzen. Was Kohlpflanzen anbelangt, graben Sie diese mit der Wurzel aus und legen Sie sie mit der Rückseite zur vorherrschenden Windrichtung auf die Erde.

Vergessen Sie nicht, Ihren Komposthaufen umzuschichten, damit sich die Feuchtigkeit gleichmäßig verteilt. Danach lassen Sie den Kompost den Winter über in Ruhe: Igel verkriechen sich gern darin, denn er bietet ihnen Schutz vor der Kälte.

Denken Sie auch daran, in der Nähe Ihrer Gemüsebeete ein Vogelhäuschen aufzustellen: Spatzen und Meisen lieben Larven und andere Insekten. Wenn sie schon im Winter an diesen Ort im Bereich der Beete gewöhnt werden, steigen sie im Frühjahr, wenn diese Tierchen schlüpfen, gern auf „Frischkost" um und unterstützen Sie somit tatkräftig bei der Schädlingsbekämpfung.


Caroline Géneau

VIKING Garten-Expertin