Die Wurmkiste

Die Wurmkiste

Eine Wurmkiste verwandelt mit wenig Aufwand Küchenabfälle und weiche Gartenabfälle in besten Biodünger. Dieser kann für zahlreiche Balkon- und Topfpflanzen verwendet werden. Und: Selbst mit einer kleinen Wurmkiste kann man  ein ideales Pflanzenstärkungsmittel für den ganzen Gemüsegarten herstellen.

Wurmkompostierung kann im kleinen Stil im Garten, am Balkon oder auf einer Terrasse aus den hier anfallenden Küchenabfällen produziert werden. Wurmkompostierung ist die Umwandlung organischer Abfälle durch Kompostwürmer. Genauer gesagt: Bei moderaten Temperaturen (5-30o C) verwandeln Kompostwürmer organische Reste in Zusammenarbeit mit verschiedenen anderen Boden-Lebewesen und unter Einfluss von Sauerstoff in stabile Ton-Humus-Komplexe, sprich wertvollen Wurmhumus. Kompostwürmer sind eine spezielle Art von Regenwürmern. Wurmkompostierung ist ein geruchloser Prozess und es kommt nicht zu einer Hitze-Entwicklung. Kompostwürmer fressen organischen Abfall und scheiden dann Wurmhumus aus. Dieser ist  sofort gebrauchsfertig und muss nicht weiterreifen und hat eine 3-5 mal so hohe Düngerwirkung wie normaler Kompost.
Wurmkompost ist besonders gut pflanzenverträglich, daher könnte er sogar in höheren Konzentrationen als normaler Kompost verwendet werden. Anders als bei der gewöhnlichen Kompostierung muss der Haufen nicht umgesetzt  werden. Die Abfallmenge wird um bis zu 90 % reduziert und zu guter Letzt vermehren sich die Würmer, wenn sie richtig „gepflegt" und gefüttert werden, so rasch, dass man Start-Populationen für weitere Wurmkisten weitergeben kann. Kompostwürmer verdauen ungefähr 50-100 % ihres Körper-Gewichts pro Tag. Ein 0,2 Gramm schwerer Wurm kann also im Durchschnitt 0,15 Gramm am Tag fressen – vorausgesetzt das Futter ist von Pilzen und Bakterien „vorverdaut". Denn harte Stängel oder trockenes Laub können die Würmer nicht fressen.

Dünger aus Biomüll
Wurmkisten eignen sich für viele Verwendungsmöglichkeiten: In der Stadt sind sie die beste Möglichkeit, um Küchenabfälle und Grünschnitt vom Balkon auch gleich wieder in Bio-Dünger zu verwandeln. Man erspart sich sowohl das Entsorgen des Biomülls in der Biotonne und andererseits muss man keinen Biodünger für die Pflanzen am Balkon oder die Zimmerpflanzen kaufen. Wurmkisten stinken nicht – richtige Pflege vorausgesetzt. Sie „gehen nicht über", brauchen nicht viel Aufmerksamkeit und immer mehr Studien bestätigen, dass der gewonnene Wurmhumus zum besten Dünger zählt, den es gibt.

Die Wurmkiste im Winter
Anders als bei einem normalen Kompost muss man dafür sorgen, dass die Würmer im Winter nicht erfrieren. Im Komposthaufen ziehen sich die Würmer einfach in tiefere Bodenschichten zurück. In der Kiste können sie das nicht und sie würden einfach erfrieren. Daher müssen kleinere Wurmkompostkisten im Winter in Innenräumen aufgestellt werden. In wintermilden Regionen ist es auch ausreichend, sie gut einzupacken (in ein Vlies, mit Kompostmatten, die man auch als Überwinterungsschutz für Kübelpflanzen im Gartenfachmarkt bekommt). Dann sind die Würmer in der Kiste über die kalte Jahreszeit zwar nicht aktiv, gehen aber in eine Ruhephase über und kommen so gut über den Winter.

Welche Größe soll eine Wurmkiste haben?
Für die Produktivität der Kiste, ist die Größe der Oberfläche entscheidend: Da die Würmer nur an der Oberfläche arbeiten, kann umso mehr Material verarbeitet werden, je größer die Oberfläche ist. Daher sollten die Kisten eher flach gefertigt sein.

Was ein Kompostwurm zum Leben braucht
Im Vergleich zu allen anderen Haustieren sind Kompostwürmer anspruchslos. Doch auch Würmer sind Lebewesen. Sie brauchen Luft, genügend Feuchtigkeit, Wärme und Dunkelheit, um gut leben zu können. Und ja, dann auch noch Futter. Doch da sie ja nicht nur überleben, sondern so gut leben sollen, dass sie möglichst viel fressen und damit möglichst viel Dünger produzieren, müssen ihnen optimale Bedingungen geboten und dann auch laufend kontrolliert werden.

Temperatur
Kompostwürmer fühlen sich bei Temperaturen zwischen 15-30° C am wohlsten. Hier fressen die Würmer am meisten und bringen die beste Leistung. Diese Temperaturspanne ist relativ groß und so kann eine Regenwurmkiste über einen langen Zeitraum im Jahr im Freien stehen bleiben und gute Erträge liefern. Ab 15° C bis ca. 5° C sind die Würmer kontinuierlich weniger aktiv, unterhalb dieser Temperatur gar nicht mehr und bei minus 2-3° C sterben sie. Weitaus tiefere Temperaturen überdauern die Wurmeier (Kokons). Im Hochsommer kann jedoch auch die Hitze ein Problem werden. Bei Temperaturen über 30° C bekommen die Würmer schnell Stress. Das heißt, wenn die Regenwurmkiste auf einem heißen, südseitigem Balkon steht, sollte sie an heißen Sommertagen entweder beschattet stehen oder man gießt sie regelmäßig.

Temperatur Aktivität
Unter -2 bis -5o C Die Würmer erfrieren
5 bis 15o C Winterruhe
15 bis 30o C Beste Leistung und höchste Vermehrungsrate
30 bis 40o C Schlechte Leistung
ab 40o C Die Würmer erleiden einen Hitzetod

Tabelle: Temperatur-Optima der Kompostwürmer

 

Andrea Heistinger
VIKING Garten-Expertin