Hochbeet und Rahmenbeet: Eine kleine Beetkunde

Hochbeet und Rahmenbeet: Eine kleine Beetkunde

In den letzten Jahren ist ein wahrer Hochbeet-Boom ausgebrochen. Allerorts sieht man Hochbeete. Oftmals sogar in alten Bauerngärten, die an sich beste Voraussetzungen fürs Gärtnern in der Erde – nämlich über Jahre gewachsenen fruchtbaren Gartenboden – bieten. Ein Hochbeet hat viele Vorteile. Eine bewährte Alternative, die wenig bekannt, aber viel günstiger und leichter zu befüllen sind, sind leicht erhöhte Rahmenbeete.

Anlässe für Hochbeete

  • Versiegelte Flächen oder Böden, die mit Schadstoffen belastet sind. Das ist vor allem in städtischen Freiflächen des öfteren der Fall.
  • Für Rollstuhlfahrer oder Menschen, die sich nicht gut bücken können.
  • Auf Böden, die – zum Beispiel nach Bauarbeiten – stark verdichtet sind.
  • Wenn viel Strauchschnitt in einem Garten anfällt. Diesen und auch andere Garten"abfälle" kann man gut in ein Hochbeete einarbeiten, in dem man sie im Hügelbeetverfahren befüllt: Strauchschnitt, Laub, Grassoden, halbverrotteten Kompost und obenauf Gartenerde. Diese Beete haben über 3-4 Jahre einen eingebauten Nährstoff-Speicher und wirken als Fußbodenheizung: Die Gemüse-Erntesaison verlängert sich entscheidend. Hügelbeete sind vergleichbar mit einem bepflanzten Komposthaufen und eignen sich besonders für Starkzehrer (Kürbisse, Tomaten, Melanzani und Co).
  • Für kleine Gärten, die besonders geschickt genutzt werden müssen.
  • Auch in Hanggärten leisten Hochbeete gute Dienste. Hier können sie so aufgestellt werden, dass sie terrassenartig den Hang befestigen.

Füllung eines Hochbeetes im Hügelbeetverfahren
Diese Füllung eignet sich nur, wenn bei Ihnen viel Material im Garten anfällt, das sie so nutzen können. Diese Materialien verrotten und daher sackt die Erde zusammen und das Beet muss alle 3 - 5 Jahre neu befüllt werden. Füllung (für ein 70 cm hohes Hochbeet): Die unterste Schicht sind ca. 40 cm Äste, darauf eine Vliesschicht und dann 10 cm Grasnarben oder Grasschnitt, Stroh und gemischte Gartenabfälle, darauf 15 cm Laub, 10 cm Grobkompost und 20 cm Gartenerde mit 20 % reifem Feinkompost vermischt. Wer das Hochbeet höher errichten will, erhöht die Stärke der einzelnen Schichten anteilig. Wer es niedriger haben will, schichtet nur 20 cm Äste auf.

Füllung eines Hochbeetes für die dauerhafte Nutzung
Wer sein Hochbeet nicht alle paar Jahre neu füllen will, baut das es im Trogsystem auf: Die unterste Schicht sind ca. 20 cm Drainage aus idealerweise Lava (die Wasser speichert). Dann wird ein Vlies ausgebreitet (das bis fast ans Erdniveau hochgezogen wird) und mit einer Trogerde aufgefüllt. Diese hat einen hohen Anteil an mineralischen Substanzen (Bims, Lava, Blähschiefer, Ziegelsplitt) und sackt daher nicht in sich zusammen. Für den Anbau von Gemüse muss sie meist noch aufgedüngt werden.

Die richtigen Maße für ein Hochbeet
Die angenehmste Arbeitshöhe ist Hüfthöhe, also 70-100 cm. Die Länge ist variabel und richtet sich nach dem Platz, der zur Verfügung steht. Die ideale Breite wird so gewählt, dass das Beet von rechts und links leicht zu bearbeiten ist: 2 x die Armlänge, also 140-160 cm.

Rahmenbeete: Kostengünstige und bewährte Alternativen zu Hochbeeten
In vielen Gärten gibt es Beete, die bereits als Gemüsebeete genutzt wurden, aber einfach nicht so fruchtbar sind. Oder ein Stück Wiese, das man in ein Gemüsebeet umwandeln kann. Für solche Flächen – und Menschen, die sich gut und gerne bewegen und bücken können – empfehle ich Rahmenbeete: Das sind schlichte Konstruktionen aus Holz oder Metall (siehe Fotos unten), die wie ein Rahmen auf den Boden aufgesetzt werden. Solche Rahmen kann man kaufen oder selber machen. Sie sollten zwischen 40 cm hoch und ca. 10 cm in die Erde eingesenkt sein. sein. Um sie zu füllen, braucht man viel weniger Erde als im Hochbeet und man kann solchermaßen mit wenig Arbeitsaufwand günstig fruchtbare Anbauflächen fürs Gemüse schaffen. Der Boden darunter muss nur mit einer Gabel leicht gelockert werden.


Andrea Heistinger
VIKING Garten-Expertin