zurück

Kleines Kräuter-ABC für Balkon und Garten

Kleines Kräuter-ABC für Balkon und Garten

Kräuter lassen sich am Balkon und im Garten einfach kultivieren. Ihre Ansprüche an Boden, Feuchtigkeit und Dünger sind so unterschiedlich wie die vielen Geschmacksrichtungen und Inhaltsstoffe, die sie bieten. Mit der richtigen Kräuterauswahl lassen sich Balkon und Garten rasch in einen Gewürz- und Teegarten verwandeln. Hier fünf Kräutervorschläge samt den wichtigsten Tipps für deren Anbau.

Agastachen
Agastachen sind wunderbare Duft- und Teepflanzen und eine Weide für Schmetterlinge, Hummeln, Bienen und Schwebfliegen. Kalte Winter übersteht die Prärie-Pionierpflanze gut, hingegen können ihr schwere Böden und Nässe den Garaus machen. Die Pflanzen können im vollsonnigen Kräuterbeet oder auch in einem Staudenbeet gepflanzt werden. Empfohlener Pflanzabstand ist 40 x 40 cm, im Frühjahr mit etwas Kompost versorgen. Das Kraut wird als Teekraut in der Blüte geerntet, treibt dann nochmals nach und kann zweimal und in warmen Lagen auch dreimal geschnitten werden. Die jungen Blätter – zum Verfeinern von Süßspeisen – können ab dem Austrieb bis in den Herbst gepflückt werden.

Basilikum
Das beliebteste Kraut unter den Kräutern ist Basilikum. Kaum ein anderes Kraut erfreut sich wohl so großer Beliebtheit in der Küche. Obwohl das Kraut vor 20 Jahren noch gänzlich unbekannt war und obwohl so wärmebedürftig wie kaum ein anderes Küchenkraut, zählt Basilikum zur Basis-Ausstattung von Balkonen und Terrassen und so manche versuchen sogar indoor ihr Glück. Die einjährigen Basilikums sind die der italienischen Küche. Die meisten mehrjährigen bieten ganz andere Geschmacksaromen und eignen sich als Gewürz oder als wunderbar vollmundiger Kräutertee. Basilikum ist ein Lichtkeimer. Die Aussaaten warm stellen (zwischen 13- 25° C) und nach ca. zwei Wochen büschelweise pikieren. Die Pflanzen im Abstand von 20 x 20 cm pflanzen. Basilikum kann mehrmals beerntet werden und treibt aus den Blattachseln wieder sehr gut nach. Das wärmeliebende Kraut gedeiht erst dann so richtig ertragreich im Freien, wenn auch die Nachttemperaturen nicht mehr unter 16° C fallen. Daher gedeiht Basilikum in den meisten Regionen im Glashaus, im Hochbeet oder im Topf an einer Hausmauer am besten. Basilikum zählt unter den Kräutern zu den Starkzehrern und gedeiht sehr gut in Mischkultur mit Tomaten.

Lavendel
Auch wer keinen Kräutergarten hat: Ein, zwei Lavendelstöcke haben selbst auf dem Balkon oder einer Terrasse gut Platz. Sie ziehen Schmetterlinge und viele Insekten an und schaffen angenehme Duftplätze. Im Garten können Lavendel-Pflanzen mehrere Jahre bis Jahrzehnte alt – und entsprechend üppig – werden. Vorausgesetzt, der Standort behagt ihnen und die Pflanze wird von Anfang an richtig geschnitten. Lavendel liebt vollsonnige Standorte und durchlässige, kalkhaltige und magere Böden. Je besser der Boden drainagiert ist, umso langlebiger werden die Pflanzen. Jegliche Staunässe – vor allem im Winter – kann die Pflanzen umbringen. Lavendel darf keineswegs zu üppig stehen, sonst haben die Pflanzen kein langes Leben. Lavendel muss jährlich kräftig geschnitten werden, damit die Pflanzen nicht mit der Zeit auseinanderfallen. Es gibt zwei bewährte Methoden, Lavendel zurückzuschneiden: Entweder durch einen kräftigen Rückschnitt nach der Blüte Ende August bis spätestens Mitte September. Dann haben die Pflanzen noch genügend Zeit, vor dem Winter neu zu bestocken, kommen kräftig über den Winter (allenfalls im Frühling noch leicht in Form schneiden) und kommen früher in Blüte. Oder im Frühling, sobald es warm genug ist, damit die Schnittwunden wieder gut verheilen können (sobald die Forsythien blühen). Wichtig: Lavendel wird wirklich kräftig zurückgeschnitten, im Frühling bleiben dann nur handhohe Pflanzen stehen, die wie kleine Igel wirken.

Ysop
Ysop ist ein wunderschöner Halbstrauch, der im Kräuterbeet, aber auch als kleine, wegbegleitende Hecke angebaut werden kann. Ysop blüht lange und ist eine gut besuchte Bienenweide. Das Kraut war bereits dem griechischen Arzt Hippokrates bekannt, der es gegen Bronchitis empfahl. Ysop wird seit einigen hundert Jahren in Kloster- und Bauerngärten als Heil- und Gewürzpflanze angebaut und gedeiht in allen, gut wasserdurchlässigen Böden. Die Pflanzen mindestens einmal im Jahr – im Frühling vor dem Austrieb oder im Spätsommer – stark zurückschneiden. Ältere Pflanzen vergreisen und gehen ein. Die wichtigste Regel zur Verwendung von Ysop in der Küche: Das Kraut nie mitkochen, sondern immer erst die fertigen Speisen damit würzen, sonst schmeckt das Kraut bitter.

Zitronenkraut
Das Zitronenkraut zählt zu den mehrjährigen Bohnenkräutern (Satreja montana). Es eignet sich als besonders feiner Tee, dessen Geschmack ein wenig an Zitronen-Thymian erinnert. Speziell im Frühjahr ist das herbe Zitronen-Aroma gut ausgeprägt, das Kraut blüht üppig weiß von August bis Oktober. Auch als Gewürz wird es wie Zitronen-Thymian verwendet. Bohnenkraut ist sehr gut schnittverträglich und lässt sich auch als Hecke ziehen.

Andrea Heistinger