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„New German Garden Style"

„New German Garden Style"

Als mich die VIKING Verantwortlichen kürzlich nach einem Garten-Trend der letzten Zeit fragten, der für mich bemerkenswert ist und den ich auch in meinen Gartenanlagen umsetze, musste ich nicht lange nachdenken. Dies ist für mich klar der „New German Garden Style"! Vielleicht haben Sie ja auch schon davon gehört.

Wenn Sie sich jetzt über die englische Bezeichnung für einen Gartenstil aus Deutschland wundern, so liegt das daran, dass dieser Name nicht in Deutschland, sondern sozusagen im Mutterland aller begeisterten Gärtnerinnen und Gärtner - eben England – vergeben wurde. Kernaussage des „New German Garden Styles" ist, dass nicht die einzelne Pflanze im Mittelpunkt steht, sondern das große Ganze der Gartenanlage.

Man versucht eine Kombination von Stauden, Gräsern, Blumen, Bäumen und sonstigen Pflanzen, dies aber nicht krampfhaft in Beeten, sondern lässt alles „gewähren". Natürlich sollte man für jeden Bestandteil für ausreichend Wasser oder Sonnenlicht sorgen, aber „aufgeräumt" muss der Garten deswegen noch lange nicht sein. Im Gegenteil! So hat auch die Tierwelt, wie Insekten oder Vögel, die größere Freude im Garten. Unmittelbare Naturnähe soll spürbar werden, gerade das ist mir in meinem Park in Dennenlohe wichtig - auch für die Besucher. Man kann Beete oder andere Flächen bewusst so anlegen, dass sie nicht einschränkend wirken, sondern so, als hätte sich die Natur ihren Platz zurückerobert.

Wenn man so will, ist dieser Stil auch ein Kontrapunkt zum klassischen „Schrebergarten". „Kontrolliertes Chaos im Garten" nennen es andere. Seine Wurzeln hat der „New German Garden Style" in der Garten-Tradition des deutschen Gärtners und Garten-Schriftstellers Karl Foerster (1874-1970) und der Garten-Theorie des Gartenbauwissenschaftlers Richard Hansen (ebenfalls Deutschland, 1912-2001).

Den Stil in meinem Garten zu leben, heißt für mich alle verschiedenen Farben und Formen zuzulassen und das muß nicht nur in Form von prachtvollen, blühenden Pflanzen sein. Im Park mit seinen 26 Hektar Wiesen und Biotopen, kann man auch einmal locker Frühlingszwiebeln wie mit der Hand streuen. Wenn diese dann in die Wiesentäler und Hügel eingebettet sind, erweckt das einen sehr malerischen und wilden Eindruck…. allerdings ist es auch echt wilde Arbeit, denn jedes Loch muss handgegraben sein und das mache ich dann selbst. Manchmal unterstützen mich dabei ungewollt meine 6 Terrier mit ihrer Liebe zum Hundelöcher-Graben … die Löcher sind dann nämlich auch meist nicht symmetrisch – ganz im Sinne des „New Dennenlohe Garden Styles".

Baron Robert von Süsskind
VIKING Garten-Experte