Ohne Baum kein Garten! Kein Garten ohne Baum!

Ohne Baum kein Garten - Kein Garten ohne Baum

Was aber tun, wenn der Gartenraum nur wenige 100 Quadratmeter umfasst? Eigentlich kein Problem, denn kleinwüchsige Bäume sind ebenso möglich wie „in-Zaum-gehaltene". Letzteres bedeutet allerdings einen jährlich vorzunehmenden, fachgerechten Schnitt. Als kleinwüchsige Bäume sind einerseits die in den letzten Jahrzehnten stark vernachlässigten hochstämmigen Obstbaumarten zu nennen, andererseits sind auch viele der „Zierbäume" geeignet.

Inzwischen sind in vielen Baumschulen wieder hochstämmige Obstbäume zu bekommen, allerdings ist nach deren Pflanzung einiges an Geduld erforderlich, da davon kaum größere Exemplare angeboten werden. Empfehlenswert sind vor allem Apfelsorten, ebenso gut eignen sich aber auch Kirschen. Sofern die klimatische Lage entspricht können auch Marille (Aprikose), Nussbaum und selbst Maulbeeren Verwendung finden.

Bei den „Zierbäumen" ist die Palette schier unüberschaubar groß und reicht von heimischen Arten bis zu „Exoten". Einige attraktive Vertreter will ich hier nennen: Der Blasenbaum (Koelreuteria paniculata ) bietet feinrispige, gelbe Blütenstände und später dann die auffälligen Blasen-Früchte. Der Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa) wächst rasch, die üppigen blauen Blütenstände erscheinen bereits vor dem Austrieb der großen Blätter und auch die Samenkapseln sind hübsch anzusehen.

Was das Laub betrifft, ist der Trompetenbaum ähnlich, der wegen seiner langen, dünnen Fruchtschoten mancherorts auch „Virginiabaum" genannt (Catalpa bigonioides) wird. Ein weiterer Exote ist der Zürgelbaum (Celtis occidentalis), allerdings mit unauffälligen Blüten und kleinen Kugelfrüchten. Die Ölweide (Eleagnus angustifolia) ist durch ihr feines aber dichtes, silbriges Laubwerk äußerst auffällig. Der Sanddorn (Hippophae) schaut dieser ähnlich, ist aber mehr ein Strauch als Baum und hat sehr üppige orange Früchte, aus denen sich wohlschmeckender Saft machen lässt (Achtung: Immer männliche und weibliche Exemplare pflanzen, sonst gibt es keine Früchte!).

Im Frühjahr ist die Blüte des Goldregens (Laburnum anagyroides) überwältigend schön (Vorsicht: Samen giftig!). Als interessante Großsträucher, die auch als kleine Bäume gezogen werden können, sind insbesondere Dirndel oder auch Kornelkirsche (Cornus mas) bezeichnet oder auch der Holunder (Sambucus nigra) zu nennen. Die Früchte beider sind gut verwertbar, beim Holunder auch die Blüten.

Ein Verwandter unserer Kornelkirsche ist der Japanische Hartriegel (Cornus kousa), auffällig durch seine lang anhaltenden weißen „Blüten" (sind Hochblätter), dieser wächst jedoch relativ langsam. Von der Gruppe Ahorn (Acer sp.) gibt es unzählige Arten und Sorten mit unterschiedlichen Laubformen und –Farben, z.B. kann das Laub des raschwüchsigen Eschenahorns (Acer negundo) je nach Sorte auch „gesprenkelt" sein. Auch die Birke (Betula pendula) darf keinesfalls vergessen werden, sie ist ein wunderbarer, anspruchsloser und relativ kleinwüchsiger Baum! Dasselbe gilt für die Eberesche (Sorbus aucuparia). Der Vorteil bei den „Zierbäumen" ist, dass sie auch als bereits größere Exemplare zu haben sind, wenngleich zu stattlichen Preisen.

Die Standortwahl innerhalb des Gartens will wohl überlegt sein: Wo soll der Schatten hinfallen? Blickpunkte, Nachbarschaftsbeziehungen usw. Dass Bäume eine viel bessere „Schatten-Qualität" bieten als z.B. eine Markise, darüber habe ich an dieser Stelle vor ca. einem Jahr berichtet. Hier der Link dazu: https://www.viking.at/schatten-im-garten.aspx

Prof. Karl E. Schönthaler
VIKING Garten-Experte

 

 

 

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