Saatgut-Wahl. Sichern Sie sich Ihre Lieblingssorte!

Saatgut-Wahl. Sichern Sie sich Ihre Lieblingssorte!

Viele Gemüsesorten können Sie im Garten einfach selbst vermehren. So erhalten Sie die Vielfalt und haben genau jene Sorten zu Hand, die in Ihrem Garten besonders gut gedeihen. Einzige Voraussetzung: Sie müssen samenfeste Sorten wählen.

Das Gärtnern beginnt mit der richtigen Saatgut-Wahl. Erfahrene Gärtnerinnen und Gärtner wissen, dass die Frage der Verfügbarkeit von guten Sorten entscheidend für ein erfolgreiches Kultivieren von Pflanzen ist. Da geht es um guten Geschmack und um Keimfähigkeit, aber auch um die Frage, ob die Sorten den eigenen Standortbedingungen gut angepasst sind.

Samenfeste Sorten

Voraussetzung für das Entstehen von Vielfalt sind fruchtbare, nachbaufähige Sorten. Sorten, die ihre Eigenschaften in einem kontinuierlichen Erbstrom an die nächste Generation weitergeben. Fruchtbare Sorten sind das Gegenteil von Hybridsorten. Diese haben einen biologischen Sortenschutz „eingebaut", der genau das nicht möglich macht. Aus Hybridsorten entsteht keine neue Vielfalt mehr, die Sorten können nur von Firmen in aufwändigen Zuchtschritten – und oftmals unter Einsatz verschiedener Biotechnologien – hergestellt werden. Die einfachste Art, sich als Gärtnerin oder Gärtner in den Prozess der Entstehung und Weiterentwicklung von Kulturpflanzen einzuklinken, ist es, konsequent keine Hybride anzubauen. Die Auswahl an biologisch gezüchteten, fruchtbaren Sorten wächst von Jahr zu Jahr.

Selber Saatgut ernten

Will man selbst Saatgut gewinnen, empfehle ich zwei Prinzipien. Erstens: Samen gewinnt man immer nur von den schönsten, ertragreichsten und von gesunden Pflanzen. Also genau den Salatkopf, den man am liebsten ernten würde, weil er so schön groß und dicht ist, erntet man nicht, sondern markiert ihn mit einem Stab und lässt ihn in Blüte gehen und Samen tragen. Zweitens: Viele Gemüsearten sind sogenannte Fremdbefruchter. Das heißt, sie können sich mit einer anderen Sorte, die gleichzeitig blüht, verkreuzen. Manchmal ist das ein interessantes Experiment, aus dem eine neue Vielfalt entsteht. Aber allzu oft ist das Ergebnis gänzlich unbrauchbar: Die Bitterkeit der Zierkürbisse kann sich in den guten Speisekürbis einkreuzen. Ein Kohlrabi, der sich mit einem Weißkraut verkreuzt hat, bildet weder eine feine, zarte Knolle noch einen Krautkopf aus. Oder der milde Paprika ist plötzlich scharf. Es ist also ein bisschen Know-how vonnöten, um über viele Jahre wirklich eine gute Aussaat für das kommende Jahr selbst zu ernten. Wer gänzlich neu in der Samengärtnerei ist, kann sich zum Beispiel im Handbuch Samengärtnerei einlesen. In diesem Buch hat der österreichische Verein Arche Noah das fast verlorene Wissen zur Saatgutvermehrung zusammengefasst. Lesen Sie sich ein in die Vielfalt. Eine spannende Lektüre für lange Winterabende!

Andrea Heistinger

VIKING Garten-Expertin

 

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